LEGACY NR. 20 Aug./Sept. 2002

Eine Band, die von sich behauptet, daß ihr Musikstil "..irgendwo in der Schnittmenge zwischen Opeth und Death liegt..", erweckt von vornherein schon mal mein Interesse. Die aus dem süddeutschen Raum stammenden ASTROGENCE bezeichnen ihre Musik als emotional progressive Death Metal, eine Stilbezeichnung, die man sich erstmal auf der Zunge zergehen lassen muß. Doch Obacht, dem Quartett gelingt es auf seinem zweiten Langeisen phasenweise richtig gut, diesem selbstauferlegten, haushohen Anspruch gerecht zu werden. Fast alle Songs dieser gut aufgemachten und ordentlich produzierten CD sind fünf Minuten und länger. Das knapp elfminütige "Hearts go Under" ist als Einstieg gut gewählt und demonstriert sämtliche Stärken von ASTROGENCE. Eine ausgefeilte Gitarrenarbeit mit wunderschönen Leadbreaks, ein interessantes Wechselspiel zwischen harten und ruhigen, akkustisch geprägten Passagen, sowie eine immense Spielfreude. Selbst die reichlich eingestreuten Keyboardpassagen wirken keinesfalls störend, im Gegenteil, sie fügen sich prima in das Gesamtbild ein. Das atmosphärische, von weiblichen Leadvocals getragene "Cloud Ways" entpuppt sich als eine Oase der Ruhe und Unhektik und sticht als kleines Highlight heraus. Was man dieser Combo vorwerfen kann, ist eine gewisse Uneingängigkeit und der verbesserungswürdige Gesang von Gitarrist/Sänger Kai Losch. Seiner Stimme fehlt es in der aggressiveren Parts noch an Durchschlagskraft, ebenso kann auch der cleane Gesang noch nicht vollkommen überzeugen. Hier müssen und werden ASTROGENCE den Hebel für die Zukunft ansetzen, dann denke ich, wird uns diese hochtalentierte Combo noch mit der einen oder anderen Überraschung erfreuen. Wer auf vertrackten Death/Thrash Metal der Sorte Extol mit einer Prise Opeth steht, sollte sich mit läppischen 10   (inkl. P & V) an Dennis Löper, Riempengasse 15, 73770 Denkendorf wenden.

(PS)

10 Punkte